Wie und wann müssen Zinsen gezahlt und versteuert werden?

Die Zinsen können bei einer Festgeldanlage sehr unterschiedlich ausgezahlt werden. So besteht die Möglichkeit, die Zinserträge entweder am Ende der Laufzeit oder aber jährlich auszuzahlen. Auch die Ansparung von Zinsen ist im Festgeldbereich durchaus üblich. In jedem Fall ist es wichtig, die verdienten Zinsen freizustellen, um einen möglichen Steuerabzug und damit eine Reduzierung der Erträge zu vermeiden.

Die Zinszahlung ist abhängig von der Laufzeit

Grundsätzlich ist die Zinszahlung, also die Auszahlung der verdienten Zinsen, von der jeweiligen Laufzeit des Festgeldkontos abhängig. Bei Festgeldern, deren Laufzeit nur wenige Monate beträgt, werden die Zinsen in aller Regel zum Vertragsende in einer Summe ausgezahlt. Eine kürzere Zinsperiode wäre in diesem Fall mit einem nicht zu vertretenden Aufwand verbunden, den die Banken gern vermeiden würden. Bei Festgeldern hingegen mit mehrjährigen Laufzeiten werden die Zinsen üblicher Weise jährlich ausgezahlt. Somit können Anleger jedes Jahr mit einem festen Zinsertrag rechnen, der dann je nach Wunsch auf ein Tagesgeldkonto oder aber auf das private Girokonto ausgezahlt wird. Mit Auszahlung der Zinsen müssen Sparer dann Steuern ans Finanzamt überweisen oder aber den Zinsbetrag mit Hilfe des Sparer-Pauschbetrages freistellen.

Zinsansammlung mit Zinseszinseffekt

Zusätzlich zur jährlichen Zinszahlung oder zur Zinszahlung bei Vertragsende bieten einige Banken auch die Zinsansammlung. Die verdienten Zinsen werden in diesem Fall einmal jährlich dem Festgeldkonto gutgeschrieben. Sie erhöhen hiermit sofort den angelegten Betrag und damit auch den Zinserfolg im kommenden Jahr. Man spricht hierbei von einem Zinseszinseffekt, denn die verdienten Zinsen sorgen in der Folge für höhere Zinserträge. Gerade bei mehrjährigen Anlagen, bei denen der jährliche Zinsertrag nicht bereits für Ausgaben kalkuliert wurde, kann sich eine solche Zinsansammlung durchaus lohnen, denn die Anlagerendite kann so während der Laufzeit um 0,1-0,3 % p.a. steigen. Sofern die Zinsansammlung beim Festgeld-Konto angeboten wird, erkennen Anleger dies im Festgeldvergleich, der die jeweiligen Renditen der Angebote aufzeigt und so auch einen Vergleich der verschiedenen Banken ermöglicht. Anlagen mit Zinseszinseffekt sind hierbei anhand der höheren effektiven Jahreszinsen zu erkennen.

Die Zinszahlung beim Festgeldkonto:

  • bei unterjährigen Festgeldern Zinszahlung am Ende der Laufzeit
  • bei mehrjährigen Festgeldern jährliche Zinszahlung
  • Zinsansammlung mit Zinseszinseffekt bei einigen Anbietern möglich
  • Freistellungsauftrag schützt vor Steuerabzug

Die Versteuerung von Zinseinnahmen

Zinseinnahmen sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig. Seit 2009 müssen Anleger hierauf 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlags und ggf. Kirchensteuer abführen. Sofern kein Sparer-Pauschbetrag (früher Freistellungsauftrag) vorliegt, wird diese pauschale Steuer von der jeweiligen Bank berechnet und ans Finanzamt abgeführt. Um insbesondere Kleinsparer nicht zu stark zu belasten, besteht die Möglichkeit, bis zu 801 Euro pro Person freizustellen. Hierzu dient der Sparer-Pauschbetrag, der entweder in einer Summe an die Bank eingereicht oder an verschiedene Institute aufgeteilt werden kann. Wichtig ist dabei, dass die Summe von 801 Euro nicht überschritten wird. Ehepaare haben Anspruch auf 1.602 Euro, die an Zinsen verdient werden können, ohne das diese steuerpflichtig werden. Übersteigt der Zinsertrag jedoch den freigestellten Betrag, wird für den darüber hinaus gehenden Betrag ebenfalls Abgeltungssteuer ans Finanzamt abgeführt. Um diese Steuerbelastung zu vermeiden, bietet sich das Ausfüllen des Sparer-Pauschbetrages direkt bei Abschluss des Festgeldkontos an. Auch Kinder haben Anspruch auf den Freibetrag, sodass Eltern bei der Anlage von Kinderkonten ebenfalls einen entsprechenden Auftrag ausfüllen müssen. Wichtig ist dabei, dass jeweils die Steuer-ID des Steuerpflichtigen auf dem Auftrag genannt wird, denn nur so ist die korrekte Zuordnung der Steuerfreibeträge beim Finanzamt möglich.

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